Der Ursprung

Ein Verband entsteht

Der Ursprung unserer und der Baltischen Brüderschaft liegt in einem so genannten „Verband der Ordensgründer“, der am 10.10.1920 in Erkner bei Berlin gegründet wurde. Als Hauptinitiatoren galten Baron Friedrich von der Ropp und Baron Rodrigo Bistram. Zur vorläufigen Führung dieses Verbandes gehörte auch Harald von Rautenfeld, der spätere erste Leitende Bruder unseres Brüderlichen Kreises.

Neben vielen anderen Gründen war der Verband der Ordensgründer u.a. eine Reaktion auf:

Der Albtraum einer bolschewistischen, alle bisherige Kultur und Tradition negierenden Weltherrschaft schien sich zu verwirklichen.

Unter dem Eindruck dieser Erfahrung bildete sich nicht nur im Baltikum, aber insbesondere auch hier eine „Erneuerungsbewegung“, welche die Besinnung auf die gemeinsamen Grundwerte zum Inhalt hatte. Diese bestanden hauptsächlich in:

Diese Grundwerte bildeten die Hauptkomponente des Verbandes. Er verstand sich als eine brüderliche Schicksalsgemeinschaft und war beauftragt, eine verpflichtende, gemeinsame Ordnung zu erarbeiten, die diesen Werten entsprach.

In dem Verband hatte gemäß Verbandssatzung der „Wart“ die letzte Entscheidung in allen wichtigen Fragen der zu gründenden Gemeinschaft. Dieses Amt wurde von 1920 bis 1929 viermal umbesetzt, woraus das heftige Ringen der Brüder um eine gemeinsam getragene Gesamtkonzeption ersehen werden kann.

Der Name „Ordensgründer“ steht für eine Vision, die den Männern der ersten Stunde vor Augen stand, nachdem mit dem Sieg der Sowjets und der Aufhebung der Rechte der Ritterschaftsverbände die führende Schicht des Baltikums auseinander gesprengt worden war. Sie wollten einen neuen, zeitgemäßen Orden - vielleicht muss man sogar sagen, „einen Stand“ ? gründen. Er sollte den Angehörigen aller Volksgruppen offen stehen, sofern sie die im Orden geltenden Verpflichtungen akzeptierten und bereit waren, sich rückhaltlos für die Baltische Heimat einzusetzen.

Harald von Rautenfeld schrieb:

„Wir meinten, dass die Baltische Brüderschaft ihrem Wesen, ihrem modernen Aufbau und der Gesinnung ihrer Mitglieder nach doch eigentlich als Nachfolgerin der historisch funktionslos gewordenen Ritterschaften angesehen werden müsste.“1

Obwohl die Ordensidee von Beginn an Pate stand, wurde die dann gegründete „Baltische Brüderschaft“ und später auch der „Brüderliche Kreis“ nie als ein „Orden“, sondern immer nur als eine „ordensähnliche Gemeinschaft“ bezeichnet. Die Gründer hatten ein Gespür dafür, dass zwischen der alten Ordensstruktur und der Gemeinschaftsform, die sie geschaffen hatten, ein Unterschied ist, den sie zwar existentiell verstanden hatten, aber intellektuell nur in seinen Ansätzen als das Ende einer aristokratisch-patriarchalen Strukur erfassten. Bei Baer fand ich das Argument, dass ein Orden durch das konstituierende Moment des absoluten Gehorsams gegenüber dem Ordensältesten gebildet würde, dagegen habe die Baltische Brüderschaft der Ordensleitung die Gewissensentscheidung des einzelnen Bruderschaftsmitglieds als oberstes Prinzip gegenübergestellt oder gar vorgeordnet. Dieses bewirkt in der Tat, dass eine patriarchale Struktur im alten Sinne nicht mehr möglich ist. Der Gehorsamsschritt jeden einzelnen Bruders gegenüber dem Ordensältesten bleibt immer eine freie, von dem Bruder selbst zu vertretende Entscheidung. Er gründet sich nicht auf ein letztlich religiös begründetes Machtverhältnis der Vor- und Unterordnung, sondern auf das Wort, das sich untereinander gleichgestellte Brüder im Sinne eines von beiden getragenen Einverständnisses gegeben haben.

Der Gehorsams-, bzw. Verbindlichkeitsverpflichtung gegenüber der Brüderlichen Gemeinschaft und ihrem Ordensältesten steht also die Verbindlichkeit der persönlichen Gewissensentscheidung des einzelnen Bruders gleichberechtigt gegenüber. Das, was zwischen dem „vorgeordneten“ und „nachgeordneten“ Bruder an Einverständnis gegeben sein muss, wird nicht - wie in der patriarchalen Ordnung - schon im Vorhinein festgelegt, sondern muss als ein „Werk“ des ihnen beiden gemeinsamen Geistes jedes mal neu entstehen und bejaht werden. Der Leitende kann nur leiten, wenn ihm diese Funktion von dem Geleiteten zugestanden wird, und der Beauftragte kann der Leitung nur nachkommen, solange er in diesem Tun seine selbst zu verantwortende Identität gewahrt weiß.

Das Moment wird zum Prinzip

Dieses von den Gründern erfasste Prinzip, dass es sich sozusagen nicht um die Ordnung einer Familie mit dem Vater als Familienoberhaupt und seinen Kindern als Ordensmitgliedern handelt, sondern um eine Ordnung, die sich gleichberechtigte Brüder gegenseitig geben, ohne auf ihre eigenständige Selbstverantwortung dabei zu verzichten, dieses Prinzip stellt m. E. das wesentliche Kennzeichen sowohl der Ordnung der Baltischen Brüderschaft als auch des Brüderlichen Kreises gegenüber dem traditionellen Ordensverständnis dar. Und ich möchte behaupten, dass dieser Keim in der Bewegung unserer Bruderschaft nicht nur gegenüber dem früheren Ordensverständnis, sondern auch als Idee für ein neues Gesellschaftsverständnis revolutionär war.

Wie aber soll man das konkret fassen und verstehen?

Ich möchte es „binokular“ - was eigentlich „zweiäugig“ heißt - nennen:

So, wie aus dem scheinbar logischen Widerspruch zweier sich einander widersprechenden Netzhautbilder unserer Augen sich unser Hirn die dritte Dimension, die eigentliche Tiefe unserer Wahrnehmung erschließt, so entsteht aus den zwei scheinbar widersprüchlichen Prinzipien von Gehorsams- und Gewissenspflicht die dritte Dimension und eigentlichen Tiefe des Begriffes von Freiheit und Gehorsam, wie sie in unserer Verfassung aus dem Glauben an Jesus Christus abgeleitet ist.

Nur aus der selbst verantworteten, freien Entscheidungskraft jedes Bruders einerseits und seiner Einfügung als Glied in eine verbindliche Gemeinschaftsordnung andrerseits, nur aus beidem zusammen kann die tiefere Dimension erschlossen werden, die sich in der Bezogenheit auf Jesus Christus zwischen den Menschen als Brüdern ergibt.

Und nur aus dem scheinbaren Widerspruch der vollen Anerkennung der Identität jedes einzelnen Bruders mit sich selbst und der dagegen gehaltenen Anerkennung der Weisungsbefugnis eines vorgeordneten Bruders, lässt sich die dritte Dimension dessen erschließen, was sie unter „Gehorsam“ verstehen als solche, die sich beide Jesus Christus unterstellt haben.

Das Gemeinsame

In den frühen Debatten der Ordensgründer scheint es 4 Begriffe gegeben zu haben, um die kaum gestritten wurde, weil sie zum grundlegenden Selbstverständnis aller Beteiligten gehörten:

Brüderlichkeit

Bruder Baer, der die Geschichte von Beginn an begleitete und in seinen Aufzeichnungen beschrieb, sagt dazu:

„Nie hat dieser Kreis sich ein brüderliches Sein zum Ziel gesetzt, sondern diese wirkliche Brüderlichkeit ist in der gemeinsamen Hingabe, ja vollen Hingabe, wie wir uns bisher nie hingegeben hatten, einer Sache, die uns heilig geworden war, entstanden. Dies ist die tiefe Bedeutung eines kämpferischen Ordens, dass er seine Brüder durch ihren vollsten Einsatz, ja rücksichtslosen Einsatz, so zusammenschweißt, dass sie wirklich zu wahrhaften Brüdern werden, wie es natürliche Brüder wohl kaum je gewesen sind.“2

Christlicher Glaube

Er wurde nicht als eine persönliche Einstellung oder gar als eine irgendwie geartete Theologie verstanden oder problematisiert, sondern als eine im ursprünglichsten Sinne des Wortes religiöse Kraft vorausgesetzt, eine Kraft, in die alles andere „zurückgebunden“ war und von der her alles seine Ordnung erhielt.

In der Verfassung der Baltischen Brüderschaft heißt es dazu:

„Menschliches Wollen und Können aber haben ihre tiefe Wurzel im religiösen Erleben. So bekennt sich die Baltische Brüderschaft zu einem tatkräftigen opferbereiten Christentum. Sie sieht die Geschichte des baltischen Heimatlandes von solchem Christentum durchseelt und erkennt es als lebendiges, vom baltischen Wesen unzertrennliches Erbgut. Sie ... tritt für den christlichen Glauben in seiner geschichtlich überkommenen evangelischen Form überall dort kämpfend ein, wo seine Grundlagen und Werte feindlichen Angriffen ausgesetzt sind.“3

Heimat

Hierzu schreibt Baer:

„Die Verantwortung vor Gott für unsere Heimat und Umwelt stand als wichtigster Grund hinter jedem Wort. Der Aufbau war folgender:

Jeder, der dieser Gemeinschaft beitritt, soll sich lebenslänglich gebunden wissen. ... Die Pflicht ist Dienst, auch geistiger Dienst an der Umwelt und - vor allem - an der baltischen Umwelt und der Heimat, um die wir nicht im Sinne der Herrschaft, sondern, so weit es gegeben ist, um der Befreiung vom Marxismus zu dienen haben.“4

„Waren wir Balten selbst nur die Heimat, die wir gleichsam mit uns hinaustragen konnten, oder war es das Land, dem wir unsere ganze Kraft geopfert hatten und für das wir uns weiter verpflichtet fühlten, es vor dem Untergang im Bolschewismus zu bewahren? Es war für uns das Land, dem wir so viel Dank schuldeten, den wir nie abzahlen konnten und dessen Schuldner wir blieben.“5

Opferbereitschaft

Bruder Rautenfeld beschrieb die sich damit verbindende Haltung folgendermaßen:

„Der neu zusammengetretene Kreis wurde von vorneherein für mich zum Zentrum, von dem alles auszugehen und auszustrahlen hatte. Mit tief innerlicher Freude erfüllte mich der Gedanke, dass hier alles Trennende, ja, fast sogar alles Persönliche, in den Hintergrund trat und nur der Dienst am großen Werke der baltischen Erneuerung das Handeln des Einzelnen bestimmte. ... Wir gingen wohl alle mit weitester Opferbereitschaft an die Arbeit heran und nichts schien mir unerreichbar, weil wir vom Glauben an unsere Sendung erfüllt waren.“6

Dieser in wenigen Strichen skizzierte Ursprung unserer Bruderschaft ist aus der Bedrohung der Heimat und des eigenen Lebens erwachsen.

Die baltischen Brüder waren zwischen alle Stühle geraten. Auf der einen Seite standen die Bolschewisten. Sie hatten die Enteignung und Egalisierung allen Besitzes auf ihre Fahnen geschrieben und wollten dazu die gesamte ehemals besitzende Schicht ausrotten. Auf der anderen Seite stand das Deutsche Reich. Es hatte den Krieg verloren und konnte die Hoffnungen, die man auf es gesetzt hatte, nicht einlösen. Und dazu kam nach dem verlorenen Krieg, dass sich in ihm die Nationalsozialisten formierten. Unter Reichsführer Himmler sollte das Baltikum durch die SS enteignet und „arisch“ besiedelt werden. Ziel war, es zu einem Bollwerk gegen den Bolschewismus auszubauen.

In der Schere dieser beiden Mächte fanden sich die um ihre Heimat und mit ihr um ihre Identität kämpfenden Balten zu einer Überlebensgemeinschaft zusammen. Sie verstanden ihren Einsatz als eine „geschichtliche Pflicht“, die sie zu übernehmen und zu verantworten hatten.

Am 06.04.1929 gründeten sie die „Baltische Brüderschaft“. Otto von Kursell wurde ihr erster und einziger „Führender Bruder“ und Bruder Rautenfeld ihr erster Wart.

Vor ihrer Zwangsauflösung im Spätherbst 1936 hatte die Bruderschaft etwa 350 Mitglieder.

Die Auflösung der Baltischen Brüderschaft

Am 22. November 1936 wurde die Baltische Brüderschaft aufgelöst. Dazu zitiere ich Kursell:

„Im November 1936 fingen meine Verhöre im Auftrage von Himmler an und mir wurde endlich das Verbot der Bruderschaft eröffnet. Es wurde die Ablieferung „des Kapitels“ (!) der Brüderschaft und die Ablieferung sämtlichen Aktenmaterials der Brüder gefordert, sowie die Vorlage des Wortlauts der Telegramme, durch welche ich den Brüdern die Auflösung mitzuteilen hätte. ...

Im Laufe der ersten Verhandlungen sah ich, welchen Charakter die Aktion angenommen hatte, dass der Beschluss Himmlers unabänderlich war und dass er bereit war, im Falle meiner Weigerung sich an die einzelnen Brüder zu halten, d.h. eine Aktion nach seinen bekannten Methoden rücksichtslos durchzuführen. Dass ich mit dieser Auffassung Recht hatte, zeigte sich schon bei den folgenden Verhören, in denen von der Brüderschaft und den Brüdern wie von Staatsverbrechern gesprochen wurde, obgleich die Begründung dieser schroffen Haltung noch im Hintergrund gehalten wurde. Nur das Dazwischentreten von Rudolf Hess vermochte es, Himmler zu bestimmen, nicht gleich mit den schärfsten Maßnahmen vorzugehen.

Nach Rücksprache mit den Kapitelbrüdern und dem Wart des Kapitels sah ich mich genötigt, die befohlenen Telegramme zu versenden, ... um Haussuchungen und Zwangsmaßnahmen abzuwenden.“7

Die Entstehung des Brüderlichen Kreises

Im März 1946 beauftragte Bruder Worms, der letzte Wart der Baltischen Brüderschaft, den von Bruder Kursell als seinen Nachfolger bestimmten Leitenden Bruder Harald von Rautenfeld, Schritte zum Entwurf einer neuen Verfassung einzuleiten.

1951, nachdem Bruder Kursell aus der Gefangenschaft zurückgekehrt und in die bisherigen Arbeitsergebnisse eingeweiht worden war, wurde dann ein Arbeitskreis zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung zusammen gerufen.

Der Dissenz

In diesem Arbeitskreis gab es in einem wesentlichen Punkt eine bleibende Meinungsverschiedenheit:

Bruder Kursell war der Ansicht, dass die Heimataufgabe so untrennbar mit der Baltischen Brüderschaft verbunden ist, dass ohne sie das Wesen dieser Brüderlichen Gemeinschaft nicht gedacht werden kann. Eine neu organisierte Bruderschaft könne nur dann als Nachfolgeorganisation gelten, wenn mindestens eine den Umständen entsprechend veränderte Heimataufgabe in ihrer Verfassung festgeschrieben werde.

Bruder Worms dagegen argumentierte, das Wesen der Bruderschaft sei aus dem Christlichen Glauben und der Verantwortung und des Dienstes für die Welt abzuleiten. Verantwortung für die Welt aber würde sich für jeden Bruder entsprechend seiner Lebenssituation unterschiedlich darstellen und könne deshalb nicht auf den Heimatgedanken, der für die Baltische Brüderschaft im Vordergrund der Weltverantwortung stand, festgeschrieben werden. Worms schreibt in dem von beiden unterschriebenen Protokoll:

Eine Fortentwicklung der Baltischen Brüderschaft zum Brüderlichen Kreis ist ... im folgenden zu sehen:

In der Erkenntnis, dass der Christliche Glaube Maßstab und Richtschnur des Wesens und Wirkens des Brüderlichen Kreises sein soll.

Und in der Herausarbeitung der in der Verfassung der Baltischen Brüderschaft niedergelegten Grundsätze wie dem der Brüderlichkeit, der Selbstverantwortung, des Dienstes und des Opfers.“8

Da Bruder Kursell dem nicht zustimmen und damit den Brüderlichen Kreis nicht als Nachfolgeorganisation der Baltischen Brüderschaft ansehen konnte, verfügte Bruder Worms, dem in dieser Frage die letzte und vom Arbeitskreis anerkannte Entscheidung zukam, dass die Verfassung den Brüderlichen Kreis nicht als Fortsetzung der Baltischen Brüderschaft beschreiben soll, obwohl er selbst ihn als deren „sinngemäße Nachfolgeorganisation“ ansah.

Die Frage

Die von Kursell gestellte Frage richtet sich auf den Sachbezug der von Worms genannten Grundsätze: Wie bzw. wodurch oder worin sind sie in die Welt eingebunden? Diese Frage wurde in der Bruderschaft noch lange kontrovers diskutiert, bis sie etwa in den 90-er Jahren zu ihrer Auflösung fand:

„Worauf sind die Brüderlichkeit, der Dienst, das Opfer und die Verantwortung der Brüder des Brüderlichen Kreises gerichtet?“

Bruder Rautenfeld hat zu dieser Frage im September 1953 Stellung genommen. Er schrieb:

„Wir stellen das Bekenntnis zu Jesus Christus an den Anfang und vollziehen damit eine grundsätzliche Entscheidung:

Wir entschließen uns bewusst für eine Mitte und einen Schwerpunkt unseres Lebens. Wir bekräftigen, dass wir aus dem Bekenntnis zu Jesus Christus leben, denken und handeln wollen in einer verpflichtenden brüderlichen Gemeinschaft. ...

Wir streifen entschlossen die Unverbindlichkeit ab, weil wir uns dem Mitbruder im Glauben an Jesus Christus verbunden wissen und Vertrauen in die Kraft einer brüderlichen Gemeinschaft setzen. Wir wissen: „Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“.

Nichts liegt uns aber ferner, als den Weg einer persönlichen Verinnerlichung und einer Abschließung von den Aufgaben der Welt und unserer Zeit zu gehen. Im Gegenteil: Wir sind überzeugt, dass erst aus dem Anpacken gemeinsamer Aufgaben uns jene brüderliche Verbundenheit zuwachsen wird, welche Grundlage unserer Lebensgemeinschaft sein soll.“9

Das ist eine klare Aussage, die wiederum ein klassisches Beispiel für die „binokulare“ Denkweise ist:

Wenn man diese beiden Formulierungen sieht, so fällt auf, dass es sich um eine besondere „Sorte“ von Menschen handeln muss, die sich im Brüderlichen Kreis zusammentun:

Menschen, die einerseits von Jesus Christus fasziniert sind und die andrerseits diese Faszination in ein Engagement für diese/ihre Welt umsetzen.

Genauso sagt es Rautenfeld in einem Konventsvortrag 1959:

„Die Pflichten der Brüder lassen sich alle auf den Satz zurückführen, dass der Brüderliche Kreis „Menschen sammeln will, denen Dienst, Opfer und Verantwortung Bedürfnis ist“.

Die geistliche Dimension unserer Brüderlichkeit und ihr Weltbezug wird von Rautenfeld klar herausgestellt. Aber die Frage, worin dieser Bezug für jeden einzelnen Bruder seinen Gegenstand, sein Maß und seine Richtung findet, bleibt immer wieder für jeden neu zu konkretisieren.

1 - H.v.Rautenfeld: Aufzeichnungen über den „Erbvertrag“
2 - Heinrich von Baer, Aufzeichnungen aus dem Jahre 1979, I, S. 17f.
3 - Verfassung der Baltischen Brüderschaft, S. 3.
4 - Heinrich von Baer, Aufzeichnungen aus dem Jahre 1979, I, S. 7.
5 - Heinrich von Baer, Aufzeichnungen aus dem Jahre 1979, I, S.-10
6 - Claus Grimm, Die Baltische Brüderschaft, 1977, S. 10
7 - Otto von Kursell, Bericht über die Auflösung der Baltischen Brüderschaft, 5.1952
8 - Otto von Kursell, Friedrich Worms, Protokoll vom 28.08.1952
9 - Harald von Rautenfeld, Leitender Bruder, Schreiben vom September 1953

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